Wenn ein Geldbaum Blätter abwirft, steckt meist zu viel Wasser dahinter. Auf Platz zwei und drei folgen Lichtmangel und ein abrupter Standortwechsel. Wer die Symptome zu lesen weiß, erkennt den Übeltäter oft in wenigen Minuten.
Die Blätter verraten mehr, als man denkt.
- Zu viel Wasser ist der häufigste Grund für Blattabwurf beim Geldbaum.
- Zu wenig Licht lässt die Triebe lang, dünn und blass werden.
- Ein neuer Standort oder Heizungsluft im Winter kann ebenfalls Blätter kosten.
Staunässe: der häufigste Fehler
Crassula ovata, so der botanische Name, stammt aus trockenen Gegenden im Süden Afrikas. Ihre dicken Blätter funktionieren wie kleine Wassertanks, ähnlich dem Höcker eines Kamels. Wer die Pflanze wie eine Monstera behandelt und regelmäßig durchgießt, ertränkt sie buchstäblich. Die Wurzeln bekommen keine Luft mehr und beginnen zu faulen.
Typisch sind gelbliche, glasig wirkende, weiche Blätter, die schon bei leichter Berührung abfallen. Oft fühlt sich auch der Stamm dicht über der Erde matschig an.
Ein einfacher Test hilft: Stecken Sie einen Finger oder ein Holzstäbchen tief in die Erde. Kommt es feucht oder gar nass wieder heraus, bleibt die Gießkanne stehen. Und das Wasser im Untersetzer gehört spätestens nach einer Viertelstunde weg.
Ein Übertopf ohne Abfluss ist der stille Killer.
Erste Hilfe bei Wurzelfäule
Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und schütteln Sie die alte Erde vorsichtig ab. Gesunde Wurzeln sind hell und fest, faule dunkel, weich und riechen muffig. Schneiden Sie alles Matschige mit einer sauberen Schere ab und lassen Sie den Wurzelballen zwei bis drei Tage an der Luft abtrocknen. Danach kommt der Geldbaum in frische, durchlässige Erde (Kakteensubstrat, gemischt mit Sand, Perlite oder Blähton) und bekommt etwa eine Woche lang gar kein Wasser.
Lichtmangel: wenn der Baum sich streckt
Zu wenig Licht erkennt man selten am Blattfall allein. Die Triebe werden lang und dünn, die Abstände zwischen den Blattpaaren wachsen, die Blätter bleiben klein und blass. Irgendwann werfen die unteren ihr Laub ab, weil die Pflanze ihre Kräfte nach oben schickt, wo sie Helligkeit vermutet. Besonders im Winter, auf der Nordseite oder im hinteren Teil eines Zimmers, passiert das schnell.
Ein Platz am Süd-, Ost- oder Westfenster löst das Problem meist. Im Sommer darf der Geldbaum gern nach draußen, auf Balkon oder Terrasse, wo er mehrere Stunden Sonne verträgt.
Aber bitte langsam, denn der Sprung vom Wohnzimmerschatten in die pralle Mittagssonne rächt sich mit braunen, verbrannten Flecken.
Standortwechsel, Zugluft und Heizungsluft
Der Geldbaum ist ein Gewohnheitstier. Nach dem Kauf, einem Umzug innerhalb der Wohnung oder der Rückkehr von der Terrasse reagiert er häufig mit Blattabwurf, weil sich Licht, Temperatur und Luftfeuchte ändern. Das sieht dramatisch aus, legt sich aber meist nach zwei bis vier Wochen, wenn der neue Platz passt.
Im Winter wird es heikel. Trockene Heizungsluft, kalte Zugluft beim Stoßlüften und Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht setzen der Pflanze zu. Am besten steht sie hell und kühl, bei etwa 10 bis 15 Grad, und wird nur sparsam gegossen, ein Schluck alle paar Wochen genügt oft. Warm und dunkel dagegen ist die schlechteste Kombination überhaupt.
Wirft die Pflanze trotz passender Bedingungen weiter Blätter ab, lohnt ein Blick unter die Blattachseln. Weiße, watteartige Beläge deuten auf Woll- oder Schmierläuse hin, die sich mit einem in Alkohol getauchten Wattestäbchen gut entfernen lassen.
Einzelne ältere Blätter, die hin und wieder abfallen, sind übrigens völlig normal. Sorgen sollten Sie sich erst machen, wenn es mehrere pro Woche werden oder die Blätter dabei weich, gelb oder schrumpelig aussehen. Letzteres deutet übrigens auf Trockenheit hin, die beim Geldbaum seltener vorkommt, als man meint.
Ein abgefallenes, gesundes Blatt muss nicht im Müll landen, denn es kann auf Anzuchterde Wurzeln und einen kleinen Ableger bilden. Vielleicht wird aus dem Ärgernis auf der Fensterbank so die nächste Generation, die in dreißig Jahren noch immer Glück bringt.