Wenn die Heizkörper gluckern, ungleichmäßig warm werden oder trotz voll aufgedrehtem Thermostat kalt bleiben, ist höchste Zeit zu handeln. Ein einfacher Handgriff, den jeder zu Hause durchführen kann, bringt nicht nur wieder wohlige Wärme in die Räume, sondern kann auch den Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent senken. Gerade im Februar, wenn die Heizung auf Hochtouren läuft, zahlt sich diese Maßnahme besonders aus.
Das Entlüften der Heizkörper ist die wohl einfachste und wirksamste Methode, um Heizkosten zu sparen. Eine mehrköpfige Familie kann so mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Dabei ist der Vorgang so simpel, dass kein Fachmann benötigt wird – lediglich ein spezieller Entlüftungsschlüssel, der für wenige Euro in jedem Baumarkt erhältlich ist, genügt für diese effektive Sparmaßnahme.
Warum sammelt sich Luft in Heizkörpern?
Luft gelangt kontinuierlich in das Heizsystem und sammelt sich naturgemäß in den oberen Bereichen der Heizkörper. Wenn Sie das Heizwasser gluckern hören oder Ihr Heizkörper nicht richtig warm wird, befindet sich Luft im Heizkreislauf. Diese Luft verhindert, dass das heiße Wasser optimal durch den Heizkörper zirkulieren kann, wodurch die Wärmeabgabe erheblich beeinträchtigt wird.
Besonders nach dem Sommer oder zu Beginn der Heizperiode ist dieses Problem häufig anzutreffen. Die im Heizkreislauf enthaltene Luft mindert die Heizleistung und führt daher zu einem höheren Energieverbrauch. Das bedeutet konkret: Die Heizung muss länger und intensiver arbeiten, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen, was sich direkt auf die Energiekosten auswirkt.
Der richtige Zeitpunkt für die Entlüftung
Entlüften Sie Ihre Heizkörper am besten regelmäßig, mindestens jedoch einmal direkt zu Beginn der Heizperiode, damit Sie von Anfang an effizienter heizen. Aber auch während der Heizperiode, besonders im Februar, wenn die Anlagen bereits wochenlang in Betrieb sind, kann eine Entlüftung sinnvoll sein. Spätestens wenn Sie Geräusche wahrnehmen oder feststellen, dass einzelne Heizkörper nicht gleichmäßig warm werden, sollten Sie aktiv werden.
Der Februar ist ein idealer Monat für diese Maßnahme, da die Heizung noch intensiv läuft und jede Verbesserung der Effizienz unmittelbar spürbare Einsparungen bringt. 90 Prozent aller Haushalte können durch Verhaltensänderung und Modernisierungen Heizkosten sparen: in einem durchschnittlichen Haushalt bis zu 1.095 Euro im Jahr.
So funktioniert das Entlüften Schritt für Schritt
Die Vorbereitung ist denkbar einfach. Sie benötigen lediglich einen speziellen Entlüftungsschlüssel mit der besonderen Vierkant-Form, der in jedem Baumarkt erhältlich ist, sowie einen kleinen Behälter und einen Lappen zum Auffangen eventuell austretenden Wassers.
Zunächst sollten Sie, falls möglich, die Umwälzpumpe der Heizungsanlage vorübergehend ausschalten, damit die Luft sich in den Heizkörpern sammeln kann und nicht mit umgewälzt wird. Warten Sie dann rund 10 Minuten, damit die Luft sich oben in den Heizkörpern sammeln kann. Drehen Sie anschließend alle Thermostate auf die höchste Stufe.
Das Entlüftungsventil befindet sich meist oben an der Heizung gegenüber des Thermostatventils. Hierauf setzen Sie den Entlüftungsschlüssel und drehen entgegen dem Uhrzeigersinn. Wichtig ist dabei Vorsicht: Gehen Sie langsam und mit Bedacht vor, da in der Heizung Druck besteht. Das austretende Wasser kann sehr heiß sein und es besteht die Gefahr, sich zu verbrühen.
Öffnen Sie das Ventil nur so weit, bis die Luft zischend entweicht. Sobald konstant Wasser austritt, schließen Sie das Ventil wieder. Bei mehreren Stockwerken beginnen Sie in der untersten Etage und arbeiten sich nach oben vor, da Luft naturgemäß nach oben steigt.
Weitere Maßnahmen für optimale Heizeffizienz
Neben dem Entlüften können Sie Ihre Heizkosten durch weitere einfache Maßnahmen senken. Schon ein Grad weniger spart etwa sechs Prozent Heizenergie. Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C betragen, in der Küche 18 °C, im Schlafzimmer 17 °C.
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Heizkörper frei stehen können. Wenn vor Heizkörpern Vorhänge hängen oder Möbel stehen, staut sich die Wärme und der Raum wird nicht gleichmäßig warm. Als Faustregel gilt: Sie sollten jeden Heizkörper gut sehen können. Möbel sollten mindestens 30 Zentimeter Abstand zum Heizkörper haben. Ideal sind 50 Zentimeter oder mehr.
Auch regelmäßige Reinigung zahlt sich aus. Staub kann die Leistung Ihres Heizkörpers um bis zu zehn Prozent mindern. Beim Lüften sollten Sie ebenfalls auf Effizienz achten: In den Wintermonaten von Dezember bis Februar reicht es aus, wenn Sie fünf Minuten stoßlüften anstatt die Fenster zu kippen.
Nach der Entlüftung sollten Sie unbedingt überprüfen, ob der Druck in der Heizungsanlage in Ordnung ist, da sich dieser durch die Entlüftung verändert haben kann. Dann muss bei Bedarf Wasser nachgefüllt werden. In Mehrfamilienhäusern sprechen Sie dies am besten mit der Hausverwaltung ab.
Das Entlüften der Heizkörper ist eine der einfachsten und wirksamsten Methoden, um Heizkosten zu senken. Mit wenigen Handgriffen und minimalem Aufwand können Sie Ihre Energieeffizienz erheblich steigern und dabei mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Gerade jetzt im Februar, wenn die Heizperiode noch andauert, zahlt sich diese Maßnahme sofort aus.