Profis kennen das Geheimnis: Diese kostenlosen Alternativen zu Blumenerde haben Sie längst zu Hause

Frühling steht vor der Tür, die ersten Pflanzen wollen umgetopft werden, und schon steht man im Gartencenter vor Bergen von Blumenerde-Säcken. Fünf Euro, zehn Euro, manchmal mehr. Dabei liegt die beste Alternative längst zu Hause, oft vergessen in der Küche oder im Garten. Profi-Gärtner wissen das schon lange.

Die Rede ist vom Kompost und von Kokosfasern – zwei Materialien, die in Kombination das kaufen von Blumenerde in vielen Situationen schlicht überflüssig machen. Und wer noch einen Schritt weiter geht, entdeckt auch Kaffeesatz als nützlichen Helfer. Das klingt nach Bastellösung. Ist es nicht.

Das Wichtigste

  • Ein Geheimnis, das Profigärtner jahrzehntelang für sich behalten haben – jetzt enthüllt
  • Drei alltägliche Materialien verwandeln sich in Blumenerde, die sogar Gärtnermeister begeistert
  • Warum Millionen Deutschen im Baumarkt geld ausgeben, obwohl die beste Lösung längst im Garten liegt

Kompost: der unterschätzte Schatz im eigenen Garten

Kompost gilt als König unter den organischen Bodenverbesserern. Er enthält eine Vielzahl an Nährstoffen und verbessert die Bodenstruktur, Wasserspeicherung und das Bodenleben gleich mehrfach. Wer einen eigenen Komposthaufen pflegt, hat damit eine Ressource, die gekaufte Blumenerde in puncto Nährstoffdichte oft übertrifft.

Wer einen eigenen Kompost hat, kann damit gut den Torfanteil in der Blumenerde ersetzen. Und Torf ist ein echtes Problem: Um den Stoff abzutragen, wird dem Moor das Wasser entzogen, was es letztendlich zerstört. Die Regeneration dauert bis zu 1000 Jahre. Das ist der Preis für jeden Sack herkömmlicher Blumenerde mit Torfanteil.

Zum Selbst-Mischen braucht man Gartenerde oder unbelasteten Mutterboden, der als Grundlage für das Gemisch dient und einen Anteil von etwa 50 bis 60 Prozent einnimmt, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz. Dazu kommt Kompost, etwa der eigene und kostenlose aus dem Garten. Alternativ kann man ihn bei einer regionalen Kompostanlage oft günstig kaufen. Viele Gemeinden bieten ihn sogar Kostenlos an. Wer das nicht wusste, hat bislang bares Geld liegengelassen.

Ein Gärtnermeister, der selbst gemischte Blumenerde begutachtete, war jedenfalls begeistert: „Sowas Tolles bekommt man nicht zu kaufen”, kommentierte der Profi. Das Lob gilt vor allem der Kombination aus reifem Kompost und einem weiteren Zutat, die viele Hobbygärtner noch nicht kennen.

Kokosfasern: der Torf-Ersatz aus gepresstem Block

Im Küchenschrank lagert oft die Kokosmilch, in der Kokosnuss-Verarbeitung fällt als Nebenprodukt etwas an, was Profigärtner längst für sich entdeckt haben: die Kokosfaser. Kokosfaser ist ein Nebenprodukt der Kokosnussindustrie. Sie wird aus der äußeren Hülle der Kokosnuss gewonnen und ist biologisch abbaubar. Normalerweise würde diese Faser als Abfall entsorgt, doch ihre hervorragenden Eigenschaften machen sie zu einer idealen Grundlage für Blumenerde.

Beim Gebrauch kann sie bis zum Zehnfachen ihres Gewichts an Wasser aufnehmen und quillt stark auf. Ein 650-Gramm-Block, den man für wenige Euro kauft, ergibt nach dem Wässern um die neun Liter Pflanzsubstrat. Das ist eine Menge für wenig Geld. Dank ihrer Struktur sorgt Kokosfaser für eine optimale Belüftung der Wurzeln. Staunässe wird vermieden, was das Risiko von Wurzelfäule reduziert.

Die Kokosfasern werden sterilisiert, bevor sie trocknen. Dadurch ist Kokoserde in der Regel frei von Schädlingen, Unkrautsamen oder Pilzen und bildet keinen Schimmel. Wer je mit Trauermücken in handelsüblicher Blumenerde gekämpft hat, weiß, was das bedeutet. Monatelange Plage, die sich mit diesem einfachen Wechsel weitgehend vermeiden lässt.

Die perfekte Mischung zum Selbermachen funktioniert laut erfahrenen Hobbygärtnern und Fachquellen so: Ein Teil Kokosfasern, ein Teil Vermiculite, zwei Teile reifer Grünschnittkompost und eine Handvoll Hornspäne pro Liter als Extrahappen Stickstoff. Wer zusätzlich lehmigen Gartenboden hat, mischt ihn einfach als dritten Bestandteil dazu. Die meisten Zutaten wie Sand, Kompost und lehmige Erde gibt es kostenlos im Garten.

Kaffeesatz: nützlich, aber mit Bedacht

Morgen früh, kurz nach dem Aufwachen, landet der Kaffeesatz im Biomüll. Schade eigentlich. Jeder Deutsche konsumiert jährlich um die 7,2 Kilogramm Kaffeebohnen, deren Weg nach dem Brühen meist unbeachtet in der Mülltonne oder auf dem Kompost endet.

Kaffeesatz ist reich an Stickstoff, Kalium, Phosphor, Antioxidantien und Gerbsäure. Diese Stoffe regen das Pflanzenwachstum an und fördern die Pflanzengesundheit. Damit ist Kaffeesatz ein idealer Dünger und ein guter Ersatz für teure Produkte aus dem Handel. Hortensien, Rhododendren, Tomaten und Heidelbeeren danken es sichtbar.

Allerdings gilt bei Zimmerpflanzen ein wichtiger Vorbehalt: Feuchter Kaffeesatz kann leicht schimmeln, was unangenehme Gerüche und gesundheitsschädliche Pilzinfektionen mit sich bringen kann. Trocknen Sie den Kaffeesatz vor der Anwendung gründlich. Bei Zimmerpflanzen reicht es aus, Kaffeesatz einmal im Winter und einmal im Frühjahr in den Pflanztopf einzuarbeiten, dafür ein bis zwei Teelöffel in den Topf geben. Wer lieber auf Nummer sicher geht: Nutzen Sie für Topfpflanzen lieber eine Mischung aus kaltem Kaffee und Wasser im Verhältnis 1:1. Dieser Flüssig-Energiekick versorgt Ihre Wohnungspflanzen mit wertvollen Nährstoffen und beugt Schädlingsbefall vor.

Wenn Kaffeesatz auf dem Kompost landet, wird die Verrottung angeregt und der Kompost mit Nährstoffen angereichert. Der einfachste Weg: Kaffeesatz direkt auf den Komposthaufen geben, der Rest erledigt sich von selbst.

Wann bleibt Blumenerde trotzdem sinnvoll?

Ein bisschen Realismus gehört dazu. Einige Pflanzen, wie Orchideen oder Karnivoren, brauchen ganz spezielles Substrat, das sich auch nicht so leicht selbst mischen lässt. Hier greift man besser zu einer Spezialerde, die genau auf die Bedürfnisse dieser Pflanzengruppen abgestimmt ist. Da Zimmerpflanzen in Blumentöpfen nicht in ihrer gewohnten Umgebung wachsen, sind sie auf die Nährstoffe der Substrate angewiesen. Damit Zimmerpflanzen richtig gedeihen können, muss die Erde auf ihre speziellen Bedürfnisse angepasst werden. So vertragen einige Zimmerpflanzen mehr Wasser als andere oder brauchen eine bestimmte Kombination aus Nährstoffen.

Auch reine Kokoserde enthält keine Nährstoffe, weshalb sie sich gut als Anzuchterde eignet, aber als alleiniges Substrat für ausgewachsene Zimmerpflanzen ergänzt werden muss. Der Trick liegt, wie immer, in der Mischung. Eine Mischung aus Kokoserde und Blumenerde ist eine gute Lösung, die die positiven Eigenschaften beider Substrate miteinander kombiniert.

Die wirklich spannende Frage bleibt: Wenn Profi-Gärtner seit Jahrzehnten wissen, dass Kompost, Kokosfasern und Kaffeesatz gemeinsam eine Erde ergeben, die sich kaum kaufen lässt, warum stehen dann jedes Frühjahr Millionen von Deutschen vor dem Regal im Baumarkt? Vielleicht liegt es schlicht daran, dass das Wissen über den eigenen Garten als Rohstoffquelle nie richtig weitererzählt wurde. Bis jetzt.

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