Achtung Katzenbesitzer: Diese 6 beliebten Zimmerpflanzen sind tödlich giftig – eine steht in fast jedem Wohnzimmer

Eine Zimmerpflanzen-vor-schadlingen-bewahrt/”>Pflanze auf dem Fensterbrett, die Katze döst in der Sonne daneben. Idyllisch, ja. Bis die Katze anfängt zu knabbern. Was harmlos aussieht, kann ernste Folgen haben: Mehrere der beliebtesten Zimmerpflanzen in deutschen Wohnzimmern sind für Katzen tatsächlich giftig, einige davon stark. Das Tückische? Viele Katzenbesitzer ahnen nichts davon.

Das Wichtigste

  • Eine dieser Pflanzen steht vermutlich gerade in Ihrem Wohnzimmer – und Ihre Katze liebt sie aus gefährlichen Gründen
  • Bei einer dieser Pflanzen reichen wenige Blätter aus, um ein Nierenversagen auszulösen
  • Der Tierarzt sollte sofort angerufen werden – aber es gibt einen wichtigen Fehler, den viele Katzenbesitzer machen

Warum Katzen überhaupt an Pflanzen knabbern

Katzen sind keine Veganer. Aber sie knabbern an Pflanzen aus verschiedenen Gründen: Verdauungshilfe, Neugier, Langeweile, oder weil die Pflanze einfach verlockend in der Zugluft wippt. Freigänger fressen draußen gelegentlich Gras, um unverdauliches Material wieder auszuwürgen. In der Wohnung suchen sie sich dann eben ein Ersatzziel. Das Problem ist, dass viele Zimmerpflanzen im Laufe der Jahrzehnte nach anderen Kriterien ausgewählt wurden: Optik, Pflegeleichtigkeit, Luftreinigung. Die Frage “Ist das für meine Katze unbedenklich?” kam dabei oft gar nicht auf.

Die Giftinformationszentrale in Bonn registriert jedes Jahr Hunderte Anfragen zu Pflanzen und Haustieren. Katzen sind dabei besonders gefährdet, weil ihr Leberstoffwechsel bestimmte Substanzen schlechter abbaut als der von Hunden oder Menschen. Was einem Hund kaum schadet, kann einer Katze ernsthaft zusetzen.

Die sechs Pflanzen, die du im Blick haben solltest

Die Grünlilie ist ein Klassiker, der in fast jedem deutschen Wohnzimmer hängt oder steht. Leicht zu vermehren, robust, dekorativ. Für Katzen birgt sie allerdings ein Problem: Die Pflanze enthält schwach halluzinogene Verbindungen, ähnlich wie Baldrian. Katzen werden von ihr regelrecht magisch angezogen und knabbern intensiv daran. Die Folge sind häufig Erbrechen und Durchfall. Tödlich ist sie nicht, aber die Kombination aus Anziehungskraft und Unverträglichkeit macht sie zur Risikoquelle Nummer eins in Katzenhaushalten.

Das Einblatt (Spathiphyllum), diese elegante Pflanze mit den weißen Hochblättern, steht für Ruhe und klare Luft, buchstäblich. Sie wurde von der NASA als besonders luftreinigend eingestuft. Für Katzen gilt das Gegenteil: Das Einblatt enthält Kalziumoxalatkristalle, die im Maul und Rachen sofortige Reizungen, Schwellungen und intensiven Speichelfluss auslösen. Eine Katze, die davon frisst, signalisiert das unmissverständlich.

Die Dieffenbachie, mit ihren großen gemusterten Blättern ein echter Hingucker in Büros und Fluren, teilt dasselbe Problem. Die Kalziumoxalate sind hier so konzentriert, dass sie bei stärkerem Konsum die Atemwege anschwellen lassen können. In schweren Fällen droht Atemnot. Der Name “Dumb Cane” im Englischen ist Programm: Der Pflanzensaft kann vorübergehend die Aussprache beeinträchtigen, beim Menschen ebenso wie beim Tier.

Weniger bekannt in ihrer Gefährlichkeit ist die Efeutute (Epipremnum aureum). Diese rankende Büropflanze, die man inzwischen aus jedem Instagram-Flat-Lay kennt, enthält ebenfalls Oxalate. Ihr Vorteil: Sie ist schwerer zu fressen, weil sie meist hoch hängt oder auf dem Regal steht. Trotzdem gelingt es cleveren Katzen erstaunlich oft, an sie heranzukommen.

Azaleen und Rhododendren, die im Frühjahr als blühende Topfpflanzen in Gartenmärkten und Supermärkten auftauchen, gehören zu einer anderen Gefahrenkategorie. Sie enthalten Grayanotoxine, die das Herz- und Nervensystem direkt angreifen. Bereits kleine Mengen, wenige Blätter, können bei einer Katze zu Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Wer eine Azalee als Geburtstagsgeschenk bekommt, sollte sie in Haushalten mit Katzen grundsätzlich nicht aufstellen.

Und dann sind da noch die Lilien. Die eigentliche Schreckensnachricht in dieser Liste. Echte Lilien, also Pflanzen der Gattung Lilium sowie Taglilien (Hemerocallis), sind für Katzen hochgiftig. Was viele nicht wissen: Die gesamte Pflanze ist betroffen, Blüten, Blätter, Stängel, sogar das Wasser in der Vase. Schon kleinste Mengen führen zu akutem Nierenversagen. Ohne Behandlung innerhalb weniger Stunden kann das tödlich enden. Katzen und Schnittblumensträuße mit Lilien in derselben Wohnung, das ist ein ernstes Risiko.

Was tun, wenn die Katze geknabbert hat?

Ruhig bleiben, aber schnell handeln. Bei Verdacht auf Vergiftung gilt: sofort den Tierarzt kontaktieren, auch wenn die Katze noch keine deutlichen Symptome zeigt. Erste Symptome wie übermäßiger Speichelfluss, Würgen, Apathie oder Koordinationsprobleme sind ein klares Signal. Die Giftinformationszentrale für Tiere in Berlin (0800 700 7000, kostenfrei) ist rund um die Uhr erreichbar und gibt erste Orientierung.

Keinesfalls sollte man versuchen, das Erbrechen selbst auszulösen, das kann den Schaden vergrößern. Die Pflanze oder ein Foto davon zum Tierarzt mitbringen hilft bei der Diagnose erheblich.

Wohnzimmer mit Katze: geht das überhaupt?

Ja. Aber mit anderen Pflanzen. Katzengras (Dactylis oder Weizen- und Hafergras) ist nicht nur harmlos, sondern direkt nützlich. Katzenmünze erfreut sich großer Beliebtheit beim vierbeinigen Mitbewohner. Hängepeperomien, Calatheen oder Palmen der Gattung Chamaedorea (Bergpalme) gelten als unbedenklich. Die ASPCA, die amerikanische Tierschutzbehörde, führt eine öffentlich zugängliche Datenbank mit geprüften Einschätzungen zu Hunderten von Pflanzen, eine der nützlichsten Ressourcen für Tierhalter weltweit.

Die Frage ist am Ende weniger, ob man Zimmerpflanzen haben darf, wenn man eine Katze hat. Die Frage ist, welche Pflanzen man wählt. Und ob man bereit ist, die Grünlilie im Flur gegen etwas auszutauschen, das genauso dekorativ ist, aber ohne Risiko auskommt. Manchmal lohnt es sich, das eigene Wohnzimmer mit den Augen eines Tieres zu betrachten, das keine Ahnung hat, was es da gerade frisst.

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