Wer morgens um sieben das Haus verlässt und abends müde zurückkommt, hat keine Lust, auch noch eine Gießkanne zu schleppen. Dabei muss ein grünes Zuhause kein Stressfaktor sein.
Es gibt Zimmerpflanzen, die nur selten gegossen werden müssen, um gut zu gedeihen.
Der Schlüssel liegt in der richtigen Artenwahl, denn
pflegeleichte Zimmerpflanzen mit geringem Wasserbedarf stammen aus Regionen mit wenig Niederschlag und haben sich angepasst, indem sie mehr Wasser in Blättern, Stängeln und Wurzeln speichern und bei der Fotosynthese kaum Wasserdampf abgeben.
Was eine Pflanze wirklich trockenheitstolerant macht
Hinter dem Begriff „pflegeleicht” steckt Biologie.
Zimmerpflanzen mit niedrigem Wasserbedarf haben eine dicke Oberhaut oder eine schützende Wachsschicht, die verhindert, dass Wasser schnell verdunstet. Oft haben diese Pflanzenarten kleine Blätter und lagern Wasser in Reservoiren.
Bei der Zamioculcas (Glücksfeder) etwa
ermöglichen dicke, fleischige Blätter und unterirdische Wurzelrhizome, Wasser über lange Zeiträume zu speichern, sodass sie auch längere Trockenperioden überstehen kann.
Tiefe Wurzeln spielen ebenfalls eine Rolle.
Sogenannte Pfahlwurzeln, also Wurzeln, die tief in die Erde reichen, sorgen für eine gute Toleranz gegenüber Trockenheit, weil sie die Pflanze auch dann noch mit Wasser versorgen, wenn die oberen Erdschichten schon längst ausgetrocknet sind.
Die meisten Zimmerpflanzen mit niedrigem Wasserbedarf haben ein starkes und umfangreiches Wurzelsystem.
Kurz gesagt: Was im Topf so zierlich wirkt, ist unten oft ein regelrechtes Netzwerk.
Pflegeleichte Zimmerpflanzen mit geringem Wasserbedarf sparen nicht nur Zeit beim Gießen – sie sind auch unabhängiger, wenn man ein paar Tage verreist und sich nicht um einen Blumendienst kümmern muss.
Und auch
Zurückschneiden, häufiges Umtopfen und Düngen sind bei solchen Pflanzen nicht so oft notwendig: Ein Rückschnitt alle zwei Jahre und ein Umtopfen in einen größeren Topf reichen manchmal aus.
Die besten Zimmerpflanzen, die selten gegossen werden müssen
Die Auswahl ist größer, als die meisten denken. Jenseits von Einheitskaktus und Standard-Sukkulente gibt es eine ganze Reihe dekorativer Arten, die sich für Berufstätige, Reisende und alle, die das Vergessen zum Programm gemacht haben, hervorragend eignen.
Sukkulenten und Kakteen: die Wassersparpioniere
Sukkulenten sind überall dort zu Hause, wo es wenig Wasser gibt – perfekt also für notorische Gießvergesser. Am liebsten mögen sie einen vollsonnigen, warmen Platz, zum Beispiel auf der Fensterbank.
Ihr Boden sollte am liebsten sandig sowie locker sein und einen guten Wasserabfluss haben, da die Wüstenpflanzen auf Staunässe empfindlich reagieren. Bestenfalls werden sie einmal die Woche gegossen, zwischen den einzelnen Wassergaben sollte die Erde wieder komplett trocknen.
Kakteen gehen noch weiter.
Der Kugelkaktus wird selten, jedoch reichlich gegossen. Im Winter ist eine Ruhepause erforderlich, in der die Pflanze sehr wenig Wasser bekommt.
Wer also glaubt, alle Kakteen seien gleich pflegeleicht, unterschätzt die jahreszeitlichen Unterschiede. Im Sommer mögen die meisten wöchentliches Gießen, im Winter reicht es, den Topf gut sechs bis acht Wochen auf Sparflamme zu lassen.
Jenseits der Klassiker: wenig bekannte Arten mit niedrigem Wasserbedarf
Der Elefantenfuß (Beaucarnea) ist ein Paradebeispiel für Wasserdisziplin.
Er kann längere Zeit ohne Wasser auskommen, hat einen niedrigen Wasserbedarf und liebt einen Standort mit hoher Lichtintensität. Die Beaucarnea ist eine pflegeleichte Zimmerpflanze für Wohnzimmer oder Büro.
Die Aglaonema verdient mehr Aufmerksamkeit als sie bekommt.
Bekannt für ihr lebendiges Laub und ihre luftreinigenden Eigenschaften, gedeiht diese widerstandsfähige Pflanze mit ihrer Toleranz gegenüber schlechtem Licht und seltenem Gießen in einer Vielzahl von Innenräumen.
Im Winter kann diese Pflanze ohne Probleme mehrere Wochen ohne Wasser auskommen.
Solide Leistung für eine so dekorative Pflanze.
Auch der Drachenbaum (Dracaena) ist eine verlässliche Wahl.
Der robuste Drachenbaum benötigt kaum Wasser und Dünger und muss nur selten umgetopft werden.
Am besten wächst er bei hellem Licht, das ihn nicht direkt bescheint – er überlebt aber auch bei extrem wenig Licht, allerdings verzögert sich dann sein Wachstum.
Portraits der zuverlässigsten Arten im Detail
Sansevieria – die legendäre Schwiegermutterzunge
Kaum eine Pflanze hat ihren Ruf so verdient.
Die Sansevieria kann wochenlang ohne Wasser auskommen und gedeiht sowohl an dunklen als auch an hellen Standorten. Außerdem können sich Schädlinge nicht so leicht an den harten Blättern festsetzen.
Sie kommt vor allem in Afrika, auf der Arabischen Halbinsel und im südlichen Asien vor und gedeiht dort in Steppen und Wüsten.
Beim Gießen gilt eiserne Zurückhaltung:
Im Winter kann die Sansevieria problemlos sechs bis acht Wochen ohne Wasser auskommen. Während der Wachstumsperiode im Frühjahr und Sommer reicht es, einmal alle zwei Wochen zu gießen.
Das einzige Mittel, eine Sansevieria umzubringen, ist der Pflanze zu viel Wasser zu geben – es ist daher besser, im Zweifel nicht zu gießen.
Das klingt hart, ist aber die ehrlichste Pflegeanweisung, die man für diese Pflanze geben kann.
Den Sansevieria-Arten werden luftreinigende Eigenschaften zugeschrieben. Sie filtern Giftstoffe wie Formaldehyd und Benzol aus der Luft und sorgen so für ein gesundes Raumklima.
Dekorativ, robust, luftreinigend. Ein echtes Argument für jeden Schreibtisch.
Zamioculcas – die Glücksfeder
Im Sommer genügt es, die Zamioculcas etwa alle zwei bis drei Wochen zu gießen. Während der Wachstumsruhe im Winter kann man die Gießintervalle noch weiter strecken, da die Pflanze in dieser Phase weniger Wasser benötigt.
Wenn man die Pflanze einmal zu gießen vergisst, ist das kein Problem. Bis zu drei Wochen sollte die Zamioculcas auch ganz ohne Wasser auskommen.
Am liebsten steht die Glücksfeder an einem hellen Platz, an dem sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist – besonders angenehm sind Standorte mit indirektem Licht, wie in der Nähe eines Nord- oder Ostfensters. Auch in schattigen Ecken gedeiht sie erstaunlich gut, was sie zu einer der vielseitigsten Zimmerpflanzen macht. Sie passt sich hervorragend an die Lichtverhältnisse an und bleibt selbst in lichtarmen Räumen gesund.
Das macht sie zur perfekten Kandidatin für die berühmte dunkle Ecke, in die keine andere Pflanze will.
Yucca, Bogenhanf und weitere Empfehlungen
Die Yucca Elephantipes ist eine große Zimmerpflanze, die Wasser in ihrem Stamm lagert. Deshalb kann diese Pflanze längere Zeit ohne Wasser auskommen und verbraucht wenig.
Yucca kommt im Sommer gut mal zwei Wochen ohne Gießen aus und eignet sich auch für Menschen ohne grünen Daumen.
Im Winter wird das Intervall noch länger:
Überwintert die Yucca-Palme in einem kühlen Treppenhaus, braucht sie nur wenig Wasser – ein- bis zweimaliges Gießen im Monat reicht dann völlig aus.
Der Bogenhanf (Sansevieria trifasciata als eigenständige Form oder Dracaena trifasciata je nach Taxonomie) teilt viele Eigenschaften mit der Schwiegermutterzunge.
Gegossen werden sollte nur, wenn der Boden bereits ausgetrocknet ist, in etwa einmal die Woche. Im Winter sollte der Bogenhanf sogar nur einmal im Monat gegossen werden, da die Pflanzen hier eine Wachstumspause einlegen und sonst die Gefahr einer Fäulnis durch Staunässe besteht.
Die Efeutute (Pothos) schafft den Spagat zwischen Anspruchslosigkeit und Wachstumsfreude. Sie überlebt kürzere Trockenperioden problemlos, braucht aber einen hellen bis halbschattigen Standort. Wer sie in einem Regal mit Hängeranken platziert, erhält maximale Wirkung mit minimalem Aufwand. Einen tieferen Blick auf zimmerpflanzen pflege arten giessen lohnt sich, wenn man die Unterschiede zwischen den einzelnen Arten besser verstehen möchte.
Gießen richtig angehen: wann, wie und womit
Der häufigste Fehler bei trockenheitstoleranten Pflanzen ist Ironischerweise zu viel Fürsorge.
Die Überwässerung von Pflanzen ist die häufigste Todesursache. Im Gegensatz zu Pflanzen im Freien kann eine Zimmerpflanze ihr Wasser nicht ableiten, was zu einem Wasserüberschuss im Topf führen kann – dies kann dazu führen, dass die Wurzeln ersticken und die Fähigkeit der Pflanze, Nährstoffe aufzunehmen, verringert wird.
Die zuverlässigste Methode, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen:
Die Fingerprobe ist eine einfache Methode, um die Feuchtigkeit der Erde zu überprüfen. Stecken Sie einen Finger etwa ein bis drei Zentimeter in die Erde. Fühlt sich die Erde feucht an, benötigt die Pflanze kein Wasser. Ist die Erde trocken und krümelig, sollten Sie gießen.
Wer unsicher ist, kann alternativ
das Gewicht des Topfes als Indikator nutzen: Ein leichterer Topf deutet auf trockene Erde hin.
Beim Gießen von Zimmerpflanzen gilt immer die Regel: Es ist immer besser, zu wenig als zu viel zu gießen.
Und:
Der größte Fehler besteht darin, einen bestimmten Tag in der Woche für das Gießen festzulegen und alle Pflanzen gleichzeitig und ohne Unterscheidung zu gießen. Das ist sicherlich bequemer, doch jede Zimmerpflanze ist anders und muss zu unterschiedlichen Zeiten gegossen werden.
Substrat und Topf: die unsichtbaren Helfer
So gut wie die Pflanzen mit Trockenheit umgehen können, so schlecht reagieren sie auf Staunässe. Damit die Pflanzen gedeihen können, ist es wichtig, dass sie einen Platz mit besonders durchlässigem Boden erhalten.
Tongranulat und Blähton sind ausgezeichnete Alternativen zur herkömmlichen Blumenerde: Diese mineralischen Substrate verhindern effektiv Staunässe und sorgen gleichzeitig für eine optimale Wasserversorgung.
Auch der Topf selbst zählt.
Um Staunässe effektiv zu vermeiden, ist die Wahl des richtigen Blumentopfes entscheidend: Achten Sie darauf, dass der Blumentopf über Abflusslöcher am Boden verfügt, damit überschüssiges Wasser entweichen kann.
Auch die Wahl von Terracotta-Töpfen ist zur Vorsorge nicht verkehrt, denn durch ihre poröse Beschaffenheit nehmen sie selbst einen Teil des Wassers auf.
Wer eine durchlässige Mischung für seine Zamioculcas sucht:
Als Substrat empfiehlt sich eine durchlässige Blumenerde mit Perlite oder Sand.
Vorsicht: auch robuste Pflanzen haben ihre Grenzen
Pflanzen mit niedrigem Wasserbedarf sind meist extra empfindlich für zu viel Wasser. Die Erde sollte ganz ausgetrocknet sein, bevor diese Pflanzen wieder Wasser brauchen – auf diese Weise werden die Wurzeln nicht anfangen zu faulen.
Gelbe Blätter lügen nicht.
Hängende Blätter und trockene Erde sind typische Indikatoren für Wassermangel. Gelbe Blätter und ein muffiger Geruch deuten hingegen auf Staunässe hin.
Wer also glaubt, seine Sukkulente sei durstig, weil sie schlaffe Blätter zeigt, liegt möglicherweise falsch.
Zu viel Wasser kann auch schnell mit zu wenig Wasser verwechselt werden – die Anzeichen am Grün der Pflanze sind sehr ähnlich.
Einige Arten tragen außerdem ein Giftrisiko in sich. Die Zamioculcas etwa:
Sie ist leicht giftig, vor allem für Katzen und Hunde. Ihre Blätter und Stiele enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die bei Haustieren wie Katzen zu Beschwerden führen können, wenn sie daran knabbern.
Gleiches gilt für Yucca und Bogenhanf. In Haushalten mit Tieren lohnt sich ein genauer Blick auf die Giftigkeitsinformationen jeder Art, bevor man zur Kasse schreitet.
Wer tiefer in die Unterschiede zwischen wassersparenden und wasserliebenden Arten einsteigen möchte, findet bei zimmerpflanzen arten wasserbedarf einen strukturierten Überblick. Für alle, die noch mehr Inspiration für das grüne Zuhause mit minimaler Pflege suchen, liefert pflegeleichte zimmerpflanzen wenig gießen weitere Empfehlungen. Und falls Sie neugierig sind, welche Arten am anderen Ende der Skala stehen: zimmerpflanzen die viel wasser brauchen gibt einen ehrlichen Einblick.
Was bleibt? Die Wahl der richtigen Pflanze ist letztlich eine Entscheidung für oder gegen Stress. Wer eine Sansevieria im Büro oder eine Glücksfeder im Schlafzimmer aufstellt, hat nicht weniger Interesse an Pflanzen. Er wählt einfach klüger. Die Frage ist dann nicht mehr, ob man Zeit für Zimmerpflanzen hat, sondern welche Arten man als nächste nach Hause bringt.