Dieses vergessene Gemüse wächst ohne Pflege und übersteht jeden Winter – kaum jemand pflanzt es noch

Während die meisten Gärtner im Winter ihre Beete abräumen und sich ins warme Haus zurückziehen, wächst draußen völlig unbemerkt ein kleines Wunder: die Winterkresse, auch Barbarakraut genannt, die früher in vielen Bauerngärten zu finden war. Diese Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütler kann als Salat oder Gemüse verwendet werden und gehört zu jenen seltenen Gewächsen, die Frost nicht nur überleben, sondern sogar dann noch geerntet werden können, wenn bereits der erste Schnee gefallen ist – ihre Blätter sind dann besonders angenehm im Geschmack und besitzen ausgesprochen viele Vitamine.

Ein robustes Gemüse, das die Zeit überdauert hat

Das Gewöhnliche Barbarakraut wächst als zweijährige oder selten ausdauernde krautige Pflanze und ist ein echtes Überlebenskünstler. Die heimische Winterkresse ist anspruchslos und eignet sich auch für Gärtner-Anfänger ideal. Während moderne Gemüsesorten oft empfindlich auf Wetterschwankungen reagieren und ständige Aufmerksamkeit benötigen, gedeiht die Winterkresse praktisch von selbst.

Die Kresse-Art stellt kaum Ansprüche an seine Umgebung: Winterkresse wächst auf Wiesen, an Wegrändern, Böschungen, Flussufern und vielen weiteren Standorten. Sie kann im Frühjahr oder Herbst ausgesät werden und vermehrt sich dann als anspruchslose Pflanze meist selbst. Sie gedeiht am besten im Halbschatten auf feuchten und lehmigen Böden.

Was diese Pflanze besonders macht: Barbarakraut ist zweijährig, also winterhart. Die Winterkresse ist winterhart und benötigt nur wenig Pflege, was sie zu einer idealen Pflanze für den Anbau im Hausgarten macht. Einmal etabliert, sorgt sie jahrelang für frisches Grün auf dem Teller, ohne dass der Gärtner viel dafür tun müsste.

Warum dieses Wintergemüse in Vergessenheit geriet

Es ist schon erstaunlich: Während unsere Vorfahren die Winterkresse als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Ernährung betrachteten, ist sie heute fast völlig unbekannt. Das Barbarakraut ist schon seit hunderten von Jahren ein Winterblattgemüse mit hohem Vitamin C Gehalt und wird als Heil- und Nutzpflanze dementsprechend schon sehr lange kultiviert. Der Name ist der Heiligen Barbara gewidmet, der Schutzpatronin der Bergleute und Steinbrucharbeiter. Auch die Nutzung der Blätter als Wildgemüse bis in den Dezember (Barbaratag – 4. Dezember) gilt als mögliche Namensherkunft.

In unserer Zeit des industriellen Gemüseanbaus und ganzjähriger Verfügbarkeit exotischer Produkte sind solche regionalen Schätze schlichtweg vergessen worden. Dabei bietet die Winterkresse genau das, was moderne Verbraucher suchen: Sie ist eine wahre Nährstoffquelle, insbesondere in den kalten Monaten, und enthält hohe Mengen an Vitamin C, Beta-Carotin, Senfölglykosiden und Flavonoiden.

Einfacher Anbau für maximalen Ertrag

Der Anbau von Winterkresse ist denkbar unkompliziert. Die Samen können von März bis Oktober gesät werden. Je früher das Barbarakraut gesät wird, desto früher können auch die schmackhaften Blätter geerntet werden. Wenn die Samen im Frühjahr ausgebracht werden, lassen sich die Pflanzen noch im selben Jahr ernten.

Winterkresse zählt zu den Lichtkeimern. Zum Keimen muss das Saatgut auf der Erde aufliegen und angedrückt werden. Sie sollten auf einen Abstand der Samen von etwa 15 cm achten. Das war’s auch schon – mehr Aufwand ist nicht nötig.

Die Winterkresse braucht kaum Pflege und ist generell recht robust. Während der Keimphase sollte das Substrat dauerhaft feucht gehalten werden. Ausgewachsene Pflanzen müssen nur bei längerer Trockenheit gegossen werden. Selbst gedüngt werden muss nicht: Eine zusätzliche Düngegabe ist nicht notwendig.

Winterernte bei jedem Wetter

Das Besondere an der Winterkresse zeigt sich in der kalten Jahreszeit. Die Ernte ist über den ganzen Winter bei frostfreiem Wetter möglich. Die Winterkresse kann immer dann geerntet werden, wenn sie frische grüne Blätter aufweist – sogar dann noch, wenn bereits der erste Schnee gefallen ist.

Für Selbstversorger ist das ein unschätzbarer Vorteil: Während andere Gemüse längst abgeerntet und eingelagert werden müssen, liefert die Winterkresse kontinuierlich frische Vitamine direkt aus dem Garten. Dabei sollten immer nur einige Blätter vom Rand der Blattrosette geerntet werden, damit die Pflanze weiterwachsen kann.

Der Geschmack ist durchaus reizvoll: Die Blätter erinnern an Kresse und Barbarakraut kann sowohl wie Spinat gekocht als auch als Salat verzehrt werden. Auch Quark verleiht die Winterkresse eine angenehme, würzig-pikante Note.

Ein Comeback für die Zukunft

Angesichts des wachsenden Interesses an nachhaltiger Ernährung und regionalen Produkten könnte die Winterkresse durchaus eine Renaissance erleben. Das Barbarakraut ist sehr vitaminhaltig. Darüber hinaus enthält es viele Bitterstoffe, welche die Verdauung anregen und fördern. In der Naturheilkunde findet das Kraut aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts Anwendung. Es kann als Tee aufgebrüht werden, um die Abwehrkräfte zu stärken und Erkältungen vorzubeugen. Die enthaltenen Bitterstoffe regen Appetit, Stoffwechsel und Verdauung an.

Für moderne Gärtner bietet die Winterkresse alles, was man sich wünscht: Sie ist pflegeleicht, winterhart, vitaminreich und völlig unproblematisch im Anbau. Das Barbarakraut lässt sich auch prima in Töpfen kultivieren und ist somit für Balkon und Terrasse gut geeignet. Selbst wer keinen Garten besitzt, kann von diesem vergessenen Schatz profitieren.

Es lohnt sich definitiv, diesem robusten Wintergemüse wieder eine Chance zu geben. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Selbstversorgung immer wichtiger werden, ist die Winterkresse ein echter Geheimtipp für alle, die auch im Winter nicht auf frisches Grün aus dem eigenen Anbau verzichten möchten. Probieren Sie es aus – Ihre Vorfahren wussten schließlich, warum sie diese unscheinbare Pflanze so schätzten.

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